Nachgefragt

Andreas Brüning im Interview

AAB fragt den Düsseldorfer Galeristen Andreas Brüning

Sie sind nicht nur Künstler, sondern auch Galerist. Ist das nicht ein Widerspruch? 

Ich habe Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Günther Uecker und Erwin Heerich studiert – mit dem Abschluss Meisterschüler bei Erwin Heerich. Während meiner Akademiezeit habe ich schon lebhaft teilgehabt an Alfred Schmela und seinen Galerien am Luegplatz in Oberkassel, auf der Mutter-Ey-Str. 3 und in Lohausen im Lantzschen Park. Von Alfred Schmela persönlich, der als Kunstmaler angefangen hatte, wusste ich bereits, dass man sich entscheiden muss, ob man Künstler oder Galerist sein will – beides zusammen geht nicht. Nach seinem leider so frühen Tod 1980 habe ich mindestens 1 Jahr gebraucht, um mich von mir als Künstler zu verabschieden und mich zunehmend auf die Galeriearbeit einzustellen. Meine Entscheidung zur Galeriearbeit habe ich nie bereut und habe sie gerne bis 2011 ausgeübt. Aus gesundheitlichen Gründen habe ich sie dann schließlich eingestellt.

Nach welchen Kriterien entscheiden Sie, ob Sie einen Künstler ausstellen wollen? 

Durch mein Studium und durch die Galerie Schmela kannte ich beide Seiten bestens, die Künstlerseite und die Galerieseite. Die Entscheidung, ob man eine Künstlerin/einen Künstler ausstellt, war nie ein Problem, es wird irgendwann eher zu einem Zeitproblem, denn die Auswahl international an interessanten künstlerischen Aspekten ist so ungeheuer groß, dass man sich ab einem gewissen Punkt beschränken muss. Oft haben auch gute Künstler gute Empfehlungen, die man als Galerist getrost befolgen kann.

Was macht in Ihren Augen einen guten Künstler aus?

Man kann zum Beispiel, bevor man sich „auf Künstlersuche macht“, vorher einen Museumsbesuch machen – dort findet man von vielen Fachleuten begutachtete Exponate – wenn dann das, was man im Atelier vorfindet, diesem Anspruch in irgendeiner Weise in etwa standhalten kann, ist schon viel gewonnen !

Düsseldorf hat eine vielfältige und lebendige Kunstszene – das Ruhrgebiet aber auch. Lohnt sich aus Düsseldorfer Sicht ein Blick ins Ruhrgebiet?

Ob Düsseldorf und das Ruhrgebiet näher zusammenrücken / sich mehr austauschen soll und kann, wird von Einzelpersonen abhängen, die das für sinnvoll halten.