Künstler

Harald A. Finke

Harald A. Finke erforscht seit den 60er Jahren bestimmte Zusammenhänge zwischen der Pflanzenwelt und der Welt des Menschen. Ihn interessiert ob eine Art Kommunikation möglich ist. Zu Beginn seines Kunststudiums, das er in Sydney/Australien begann und in Hamburg fortführte, schien das Pflanzenreich verstärkt Zeichen zu geben. Parallel zu allgemeinen soziokulturellen Verschiebungen – wie es die Hippies, die Popmusik oder die Studentenbewegung mit sich brachten – erweiterten Pflanzenessenzen die Wahrnehmung vieler Menschen.

Mit der Transzendentalen Meditation entwickelte sich bei Finke dann weiterhin die Idee, nach einer Welt ohne Zerstörung zu suchen. Er fragte sich, wenn die Pflanzen sich mit Leib und Seele auf unsere menschlichen Bedürfnisse einlassen, was tun wir im Gegenzug eigentlich für sie? Er startete den Versuch, sich nur von Fruchtfleisch zu ernähren und die Saatkörner wie ein Vogel in die Landschaft gedüngt auszubringen. Die Studenten experimentierten in dieser Zeit nicht nur innerhalb der Pflanzenwelt mit ihrem Essverhalten oder einer neuen Wahrnehmung in und mit der Pflanzenwelt, sondern auch im Kunstbereich ergaben sich erste Ergebnisse. Die Zeichnungen oder Malerei wurden in die Natur gebracht als fragende Zeichen.

Im Lebensmittelbereich entwickelte sich ein nächstes Ideenkonzept, ausgehend von der frühen Frutarier-Formulierung zu einer Lebensmittelliste, die nun auch wieder Saat als Nahrungsmittel zuließ, da die Einsicht entstand, die Pflanzenwelt produziert ihre Samen so überdimensional, dass nicht nur die Tierwelt, sondern auch die Menschen damit ausreichend ernährt werden können, ohne größere Zerstörung. Diese Art der empathischen Pflanzenphilosophie führte zu der Überlegung, ob nicht im Prinzip auch eine oszillierende Wirkung eintreten könne.

Harald A. Finke lies sich von den neuen Gedanken- und Ideenansätzen inspirieren  und suchte nach weiteren subdialogischen Formen der Kommunikation mit den Pflanzen, bei der er allerdings noch immer keine direkte Antwort erwartete. Er schrieb Briefe und grub diese vorsichtig ins Wurzelwerk ein, platzierte sie in Zweige der Bäume oder las den Pflanzen Gedichte vor, die ihnen gewidmet waren.

Seit den 80er Jahren führen Computerprogramme und Messanordnung zu immer weiteren Ergebnissen. Die Pflanze wird zum Impulsgeber für bestimmte grafische Umsetzungen aus der Spannungsschwankung am Blatt. Harald Finke nennt diese Ergebnisse PflanzenSchrift, auf die er direkt antworten kann an einem zweiten Rechner oder auf die PflanzenSchrift-Ausdrucke mit Acrylfarben malt.

Informationen

Atelier: 21385 Rehlingen
Link: www.haraldfinke.de

Buch: siebentagelang
Auf 248 Seiten mit 97 Abbildungen werden sieben Tage lang jeweils eine relevante Persönlichkeit ausgewählt und assoziativ beleuchtet. Das Buch (ISBN: 978-3-938218-51-8) ist beim Hyperzine Verlag, Hamburg erhältlich  und kann in jeder Buchhandlung  bestellt werden. 1. Auflage Juni 2018, Preis: 15,00 €