Nachgefragt

Katharina Wackermann im Interview

AAB fragt – die Kölner Künstlerin Katharina Wackermann.

Gibt es eine Frage, die Dich an Deinen Arbeiten immer begleitet? … Eine ganz große Frage für mich ist das „Wo?“. Die Suche nach dem Wo, eine räumliche und poetische Ausdehnung. Was ist Raum? Wie bewegen wir uns im Raum. Was passiert mit dem Raum im Raum?

Beeinflusst Dich da Dein Architekturstudium? … Ja, sicherlich. Die Erfahrungen, die ich gemacht habe, kann ich nicht außen vor lassen. Sie sind untrennbar mit mir verwoben. Sie beeinflussen selbstverständlich meine Kunst. Spannende Gebäude oder Räume inspirieren mich.

Mit Deinen Skulpturen eroberst Du Räume oft nur temporär. Findest Du das nicht schade, denn oft bedeutet ein Abbau auch die Zerstörung deiner Arbeit. … Einige  Arbeiten baue ich wirklich ungern ab. Beim Aufbau einer Installation ist mir meistens zugleich die zeitliche Begrenzung meiner Einflussnahme auf den Raum bewusst. Dennoch ist es mir wichtig, solche Projekte zu realisieren. Der Akt der Zerstörung kann etwas sehr Befreiendes haben, gleichzeitig entsteht Raum für Neues.

Deine Arbeiten haben oft sehr interessante Namen wie beispielsweise „Der Bestandteil eines Sachverhalts“ oder „Vollzogener Unplan“. Was ist zuerst da: Name oder Skulptur? … Das kann ich nicht pauschalisieren. Bei manchen Arbeiten steht der Titel von Beginn an fest. Andere entwickeln sich während des Fertigungsprozesses. Ein guter Titel kann dem Betrachter eine neue Sichtweise, eine andere Perspektive aufzeigen. Ich zwinge sie dem Betrachter jedoch nicht auf, jeder soll frei entscheiden, ob der Titel die subjektive Sichtweise auf die Arbeit beeinflusst oder erweitert.

2015 ist ja noch jung. Was hast Du Dir für dieses Jahr vorgenommen? … Seit vergangenem Sommer arbeite ich an einem Projekt mit dem Namen „Aufzeichnung eines Urnenfeldes“. Ich arbeite mit Vasen aus den 1960er und 1970er Jahren. Indem ich sie verschließe, verlieren die Vasen ihre ursprüngliche Funktion und werden zu Urnen. Diese platziere ich im Raum, an der Wand, auf Sockeln und auf dem Boden. Es ist spannend zu beobachten, wie dieses Urnenfeld wächst und sich der Bezug zum Betrachter ändert. Dieses Projekt wird mich noch eine Zeit lang beschäftigen. Außerdem gibt es vieles, was mir noch vorschwebt. Gern möchte ich wieder eine größere Rauminstallation bauen, dazu gibt es eine Menge fliegender Gedanken, aber noch keinen konkreten Plan.