Nachgefragt

Johannes B. Ludwig im Interview

ludwig

Wir haben uns mit dem Kölner Künstler Johannes Baptista Ludwig unterhalten und ihm fünf Fragen zu seinen Arbeiten gestellt. 

Design und Kunst. Ergänzen sie sich?
Design und Kunst bedingen sich und sind doch getrennt. Design ist für mich angewandte Kunst. Klar, kann man mit beidem Geld verdienen. Doch mit der freien Kunst ist es um einiges schwieriger. Jeder Künstler weiß das. Deshalb ist Design das, womit ich hauptsächlich Geld verdiene. Doch ich werde immer zweigleisig fahren, möchte mich nicht einschränken. Ich bin immer Generalist, nie Spezialist.

Und wie klappt der Spagat zwischen den Auftragsarbeiten und deiner Kunst?Selbstverständlich würde ich lieber von meiner Kunst leben können, aber das ist utopisch. So tue ich es „wenigstens“ mit Design. Die Kunst, die ich mache, kommt immer sehr impulsiv aus mir heraus. Das ist eine Aussage, die ich in diesem Moment treffe. Mit der Kunst tue ich mir selbst einen Gefallen. Ich drücke mich subjektiv aus. Bei Design ist es etwas anderes. Da mache ich das, was andere benötigen.

Wie würdest Du deinen Stil beschreiben?
Puh, ich habe eigentlich keinen Stil. Mir gefallen viele Stile von anderen. Ich passe irgendwie in keine Schublade. Ich würde mich zwischen Urban Art und Comic einordnen…aber andere sagen schon, dass ich einen Stil habe, dass man meine Handschrift auf jeden Fall erkennt.

Gibt es ein Thema, das Dich zurzeit beschäftigt?
Der Erste und Zweite Weltkrieg beschäftigen mich gerade. 2014 ist das „Jubiläumsjahr“ des Ersten Weltkriegs. Ich habe im Urlaub in der Normandie einen alten Helm aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. Diese Sachen sind entsprechend alt und haben eine tolle Haptik. Das fasziniert mich. Ich gebe ihnen mit neuen Materialien einen neuen Kontext. Und ich hoffe nicht auf einen dritten Weltkrieg. Die Ukraine ist ziemlich nah. Was da passiert, ist nicht gut.

Wir haben Anfang 2015. Welche Pläne hast du für das neue Jahr?
Ich möchte gerne größere Skulpturen machen und dabei mit Möbeln arbeiten. Also nichts Neues erschaffen, sondern Dingen eine neue Bedeutung geben. Es wird ein dadaistisches Projekt. Mehr möchte ich aber noch nicht verraten. Ich stehe da noch ganz am Anfang.