Künstler

Simone Karl

Simone Karls Arbeiten erforschen die Beziehung von Objekten einer Konsum- und Wegwerfgesellschaft zu Produzenten, Konsumenten, Menschen, Räumen und der Umwelt. Sie beschäftigt sich mit einer Religion des Plastiks, die künstliche Gegenstände zu maximal begehrenswerten Lustobjekten werden lässt und im nächsten Augenblick wegwirft. Der Überfluss an Plastik und die ständige Neuanschaffung haben eine Schicht an Müll und Weggeworfenem entstehen lassen, die – ähnlich einer stillen Parallelgesellschaft – immer mehr ins Blickfeld unserer Zeit rückt.

Rettungsanker

Die Skulpturen, Installationen und Objekte von Simone Karl entwickeln sich aus den Spuren dieser Plastikgesellschaft. Sie emanzipieren sich und stehen dem Betrachter als raumgreifende Systeme in einem von ihren Erzeugern und einstigen Nutzern losgelösten Nachleben gegenüber. Ein unbelebter Gegenstand wird zu einem Organismus, dem etwas unangenehm Eigenständiges und Bewegliches anhaftet. Ein Zweitleben, losgelöst von Zweck und menschlichen Bedürfnissen entsteht und wird zu einem sich selbst reflektierendem System im Raum. Die Herkunft der verwendeten Objekte spielt dabei immer eine zentrale Rolle. Aufgewachsen in einer Familie aus traditionellen Handwerkern sind Material, Form und Zweck essentielle Kommunikationsmittel für die Künstlerin – eine Sprache, die durch den alltäglichen Gebrauch auch jenseits von Sprachen funktionieren kann.

Konservierte Ironie

Ihr künstlerischer Arbeitsprozess beschäftigt sich damit, diese Objekte zu sammeln, zu analysieren und in konzeptionellen, raumfüllenden Installationen wiederaufzubauen. Dabei erinnern Sammeln und Sortieren der Objekte an eine fast wissenschaftliche Vorgehensweise. Die Arbeit spielt mit den Polen der faktischen Forschung und der emotionalen künstlerischen Arbeit. 

Katarakt Performance

ORTSANALYSE

Der künstlerische Arbeitsprozess der Ortsanalyse beschäftigt sich damit, Objekte vor Ort zu sammeln, zu analysieren und in konzeptionellen, raumfüllenden Installationen wiederaufzubauen. Dabei erinnern Sammeln und Sortieren der Objekte an eine wissenschaftliche Vorgehensweise. Die Arbeit spielt mit den Polen der Forschung und der emotionalen, künstlerischen Arbeit. Recherche, Probensammlungen, Spurenlesen und Beobachten treffen auf spielerische Arbeit, die sich ständig im Prozess befindet.

Die aufgebauten Systeme ermöglichen es den Betrachtern Orte, Arbeitsabläufe und menschliche Dynamiken zu verstehen. Der Kern eines Orts wird herausgefiltert, künstlerisch aufgearbeitet und präsentiert. Die verwendeten Alltagsobjekte und Materialien können schnell und einfach verstanden werden. Sie sind eine haptische Art der Kommunikation, die von allen Menschen tagtäglich gesprochen wird.

Reflexion vor Grün

Eine Analyse als Aktion und die daraus wachsenden Kunstwerke öffnen den Ort für ein besseres Verständnis. Es entstehen Denkräume für Mitarbeiter, Besucher und Medien. Der Umfang der geplanten Kunstwerke entsteht dabei in enger Absprache mit dem Unternehmen.
Ob eine Ausstellung mit raumfüllenden Skulpturen oder kleine Objekte, die verteil werden können – die Arbeit entsteht immer individuell und kann in verschiedenen Formaten umgesetzt werden.

Reflexion vor Grün

Dabei geschieht die künstlerische Aktion in enger Zusammenarbeit mit den Menschen des Unternehmens, was das Verständnis zwischen Kunst und Industrie stärkt. So entsteht auch die Möglichkeit, ein offenes System und mehr Austausch zu schaffen.


Informationen

Schwerpunkt

Installation, Skulptur, Objekt

Atelier

Eimsbütteler Straße, Hamburg

Link

www.simoneka.com

© Porträtfoto Vera Drebusch