Freigeisterbahn

Freigeisterbahn, gestaltet von Johannes Babtista Ludwig

„Sie scheinen gut in Düsseldorf zu gedeihen, und das seit vielen Generationen: wache Köpfe, freie Geister und spitze Zungen. Manche weltbekannt, andere in Düsseldorf feste Größen, vielleicht jenseits der Stadtgrenzen unbekannt und manche auch fast vergessen. Einer bezahlte mit seinem Leben für den Mut, frech zu sein und seine Meinung nicht herunterzuschlucken. Sein Spott traf Missstände und noch viel Schlimmeres.

Bemerkenswert ist die Vielzahl und die Kontinuität über die Jahrhunderte, mit der sich diese freien Köpfe an die Stadt Düsseldorf binden oder sich hier schlicht verorten lassen. Hier scheint es einen besonders guten Nährboden für kritische Köpfe zu geben.

Und sie tun uns gut: Freigeister, die klar, pointiert und gerne auch einmal schonungslos die Dinge aufs Korn nehmen und öffentlich an den Pranger stellen. Dinge, die wohl manchen von uns auffallen und bisweilen ebenfalls ärgern.

Schön, dass unsere freien Geister den Mund aufmachen und uns allen zeigen:

Seht, auch Ihr müsst nicht schweigen! Auf dieser Bahn zeigen wir einige von ihnen – und alle haben etwas mit Düsseldorf zu tun.“ (Georg Th. Schumacher, Rheinbahn AG)

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Johannes Baptista Ludwig

 

In eine Schublade lässt sich Johannes Baptista Ludwig nicht so leicht stecken. Seine Arbeiten treffen sich an der Schnittstelle von Grafikdesign, Animationsfilmen und Kunst. Die verbindenden Elemente findet er im Comic, Cartoon und der Urban Art.

Ludwig sagt über sich selbst, er sei immer Generalist, niemals Spezialist. Sich einschränken, ist nicht sein Ding. Seine Arbeit als Grafikdesigner ist untrennbar mit seiner Arbeit als Künstler verwoben.

In gehäuteten Cartoonfiguren äußert sich Ludwigs Kapitalismuskritik. Micky Mouse, Garfield und Bugs Bunny zieht der Kölner Künstler furchtlos das Fell über die Ohren und präsentiert sie knochig und ihrer Seele beraubt. Ihre Schöpfer haben sie aufgrund wachsender Märkte und Profitökonomien ausgebeutet und missbraucht. Ludwig erschafft die Boney Toons aus tierischen Knochen, zahntechnischen Material, Graupappe, Gipsbinden, Gummiringen, 24 Karat Blattgold und anderen natürlichen Stoffen wie Sojasoße.

Ganz aktuell setzt er sich mit dem Ersten und Zweiten Weltkrieg und den Entwicklungen in der Ukraine auseinander. Ein in der Normandie gefundener Helm aus dem zweiten Weltkrieg gab dabei den Anstoß. Das Alter und die Haptik der Fundstücke faszinieren Ludwig. Mit neuen Materialien gibt er ihnen einen neuen Kontext. Dabei entstehen nicht nur Skulpturen. Die Spannungen in der Ukraine lassen ihn auch zu Farbe und Leinwand greifen.

Johannes Baptista Ludwig studierte Kommunikationsdesign an der FH Mainz und Animation an der Bezalel Akademie für Kunst und Design in Jerusalem mit einem Akademiestipendium.

Nach seinem Diplom im Jahr 2008, arbeitete er für renommierte Agenturen als freier und als fester Art Director sowie als freier Designer und Trickfilmanimator. Mit seinen Arbeiten gewann er zudem internationale Design- und Filmpreise. So etwa den Lichter Filmpreis 2009, den output award 2008 international student award for young talents in design and architecture und den New Talent Award der Illustrative in Berlin 2007.

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